Als Schulträger von 38 Schulen stellt sich die Stadt Paderborn der Herausforderung die Schulbildung mit dem technologischen Wandel zu verzahnen. Seit 2001 wurde hierzu ein Konzept entwickelt, welches Lernstatt Paderborn genannt wurde und zunächst eine zentral gemanagte IT-Struktur für 18.500 Schüler und Lehrer geschaffen hat. Nun teilte die Stadt Paderborn in einer Presseerklärung mit, dass die Weiterentwicklung der Lernstatt in den nächsten fünf Jahren mit erheblichen finanziellen Mitteln vorangetrieben werden soll.

Weiterentwicklung der Lernstatt Paderborn

Die Weiterentwicklung der Lernstatt umfasst die kontinuierliche Anpassung der vorhandenen Infrastruktur, WLAN, Einsatz von mobilen Geräten, digitale Präsentationstechnik und den Ausbau der Netzdienste. Unter anderem soll flächendeckend in allen etwa 1.150 Unterrichtsräumen der städtischen Schulen eine Standardausstattung mit Präsentationsfläche und Kurzdistanzbeamer bereitgestellt werden. Darüber hinaus wird an einem Konzept gearbeitet, das die Ausstattung der Schulen mit iPads zur Unterrichtsgestaltung und Unterrichtsvorbereitung vorsieht.

Gemeinsamer Workshop mit Apple

Ein erster Workshop mit Apple und Lernstattvertretern der Stadt Paderborn, der Gemeinschaft für Kommunikationstechnik, Informations- und Datenverarbeitung (GKD) sowie der Bezirksregierung Detmold hat Mitte Mai im Heinz-Nixdorf-Museumsforum stattgefunden. Hierbei soll das Apple Betriebssystem iOS in Punkto Sicherheit (geschlossenes System), geringerer administrativer Aufwand, Bedienung und beim Einsatz als Dokumentenkamera überzeugt haben.

Segen oder Fluch bei den Prioritäten?

Ende 2014 hatte die Stadt Köln bereits ebenso die Einführung von iPads in Schulen vorgesehen. Beim Kölner Stadtanzeiger ging kurz darauf eine Flut von Lesermeinungen ein. Damals begrüßten 63 Prozent der Teilnehmer die Pläne als innovativ und freuten sich über die Experimentierfreudigkeit der Stadt. 16 Prozent der Leser stellten den Einsatz von Tablet-PCs in Frage – Bücher hätten es doch bislang auch getan, und 21 Prozent lehnten die Pläne ab, weil die Kinder doch bereits schon zu Hause lang genug vor dem Computer sitzen.

Darüber hinaus wurden von einigen Lesern die Prioritäten bei den Investitionen hinterfragt. Zu wenig Lehrer, Unterrichtsausfälle, kaputte Schulen – aber für Apple iPads das Geld aus dem Fenster werfen?

Die Auswertung eines US-Pilotprojekts aus dem Schulbezirk Kyrene kam trotz positiver Feedbacks der Lehrer und Schüler sogar zu dem Ergebnis, dass sich die Milliardeninvestitionen in neuen Technologien nicht bewährt haben und sich das Leistungsniveau in den folgenden fünf Jahren nicht verbesserte, sondern wenn eher verschlechterte.

Wie ist deine Meinung zu dem Vorhaben der Stadt Paderborn?

Grundsätzlich betrachtet könnten neue Lernmethoden die Attraktivität des Lernens steigern, die Medienkompetenz der Kinder gezielt fördern und neben der Betrachtungsweise als Spielobjekt auch geschärft dafür sensibilisieren, wie die Informationsbeschaffung und Weiterbildung in der heutigen Zeit eigeninitiativ vonstattengehen kann, was im späteren Berufsleben und technologischem Wandel der Arbeitswelten, ein immer wichtigerer Schlüsselfaktor geworden ist.

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