Die Stadt Paderborn hat durchweg steigende Einwohnerzahlen – aktuell sind es über 148.000. Doch es könnten viel mehr sein. Viele der über 20.000 Studierenden an der Universität und Hochschulen haben in Paderborn lediglich einen Zweitwohnsitz angemeldet. Der Stadt entgehen somit Jahr für Jahr Schlüsselzuweisungen des Landes von rund 400 € pro Person.

Nachdem zum Ende diesen Jahres die Rabattkarten-Aktion „Heimvorteil“ ausläuft, sollen Studenten, die Ihre Wohnung in Paderborn als Hauptwohnsitz anmelden, zum nächsten Sommersemester mit einem 100 € Gutschein der Werbegemeinschaft begrüßt werden. Nach anfänglichen Erfolgen der „Heimvorteil“-Aktion habe sich das Meldeverhalten wieder auf das alte Niveau eingependelt, sodass nur ca. jeder dritte Student seinen ersten Wohnsitz nach Paderborn verlagert. Die Rabattkarten seien darüber hinaus von gerade mal 10-20 % der Inhaber verlängert worden.

Aktuell rechnet die Stadt Paderborn mit 1.800 Beantragungen sodass man inklusive Marketing mit 200.000 € Kosten für das erste Jahr kalkuliert. Die Kampagne soll zunächst auf zwei Jahre angelegt werden.

Sollte auch dieses Vorhaben nicht wirken, könnte es zu einer Zweitwohnungssteuer ähnlich Bielefeld (11 % der Netto-Kaltmiete) kommen, auch wenn diese aktuell noch nicht mehrheitsfähig ist.

CDU, SPD und die FDP stehen hinter dem neuem Konzept. Reinhard Borgmeier (Demokratische Initiative) findet die Idee zwar grundsätzlich gut, spricht jedoch von einer Subventionierung des Einzelhandels und Klaus Schröder (Grüne) gab die Mitnahmeeffekte skeptisch zu Bedenken. So könnte es durchaus sein, dass die Überzeugungskraft des 100 € Gutscheins nicht ausreicht und in Folge primär Studenten diesen erhalten, die ohnehin vorhatten ihren ersten Wohnsitz in Paderborn anzumelden. Dies sieht man auch beim AStA so: „Es ist zwar gut, dass die Stadt versucht, die Studierenden zu gewinnen. Aber das größere Problem ist eigentlich, dass so viele gar nicht erst herziehen wollen und pendeln, weil die Stadt für sie nicht attraktiv genug ist“ – stellvertretender Vorsitzende Pascal Mollet.

Anzeige