Für die Stadt Paderborn hat der Bürgermeister Michael Dreier im Beisein der Bundestagsabgeordneten Burkhard Blienert (SPD) und Carsten Linnemann (CDU) am vergangenen Mittwoch die Gründungsurkunde des Deutschen Regiopole-Netzwerks unterzeichnet.

Ziele des neuen Deutschen Regiopole-Netzwerks

Ziel des neuen Deutschen Regiopole-Netzwerks, dem auch die Städte Bielefeld, Erfurt, Rostock, Siegen und Trier angehören, ist es, die Interessen der kleineren Großstädte als Oberzentren mit herausragender Bedeutung auf Bundes- und Europaebene zu vertreten und den gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch anzuregen. Dies soll gelingen, indem die Regiopole als Motoren gesellschaftlicher, kultureller, ökonomischer und technologischer Entwicklungen noch besser sichtbar gemacht werden.

„Angesichts der Dominanz der Metropolregionen Rheinland und Ruhrgebiet ist die Durchsetzung der Interessen der kleineren, abgelegeneren Großstädte Nordrhein-Westfalens von besonderer Bedeutung“, sagte Bürgermeister Michael Dreier.

Über die Begriffsentstehung Regiopole

Der Begriff Regiopole stammt aus der Raumordnung und Stadtplanung, mit dem Städte außerhalb von Metropolregionen bezeichnet werden und geht auf Jürgen Aring und Iris Reuther zurück, welchen den Begriff 2006 erstmals als Arbeitsbegriff für ein neues Forschungs- und Politikfeld geformt haben.

Kriterien für die Bezeichnung als Regiopol

Die Kriterien für ein Regiopol sind die Lage außerhalb einer Metropolregion und eine Einwohnerzahl der Kernstadt oder des Städteverbundes von über 100.000 Einwohnern. Darüber hinaus gelten folgende weitere Kriterien:

  • Hochrangige Infrastruktursysteme und gute Erreichbarkeit von anderen Regionen
  • Knotenpunkt zwischen Metropolregionen
  • Große wirtschaftliche Bedeutung
  • Standort von „Global Playern“ und „Hidden Champions“
  • Konzentration von Innovationspotentialen
  • Standort einer Universität oder großen Fachhochschule

In einem Forschungsprojekt der FG Stadt- und Regionalplanung, Universität Kassel von Jürgen Aring und Iris Reuther unter dem Titel „Regiopolen. Die kleinen Großstädte in Zeiten der Globalisierung.“ wurde die Stadt Paderborn bereits 2008 als möglicher Regiopol neben Kiel, Rostock, Osnabrück, Magdeburg, Bielefeld, Münster, Cottbus, Kassel, Aachen, Siegen, Erfurt, Jena, Gera, Koblenz, Trier, Würzburg, Kaiserslautern, Saarbrücken, Karlsruhe, Regensburg, Ingolstadt, Augsburg, Ulm/Neu-Ulm und Freiburg aufgeführt.

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