„Mit diesem Wettbewerb legen wir die Stadt lahm“, sagte Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner in seiner Ankündigung zum Großereignis und damit soll er wohl recht behalten, denn mit dem Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ werden zu Pfingsten 2017 in Paderborn rund 2.700 Nachwuchsmusiker erwartet, die allesamt von einer Gruppe bestehend aus Familienangehörigen, Freunden und Lehrern begleitet werden. Hinzu kommen rund 140 Juroren, welche in der Woche zwischen dem 1. bis 8. Juni 2017 untergebracht werden müssen. Für die Hotelkapazitäten dürfte es dann in Paderborn recht schnell knapp werden.

25 Wertungsräume mit je 100 Zuhörerplätzen

Die Vorbereitungen für dieses Großereignis haben unlängst begonnen. Eine Kommission des Deutschen Musikrats, die den Wettbewerb ausrichtet, hat sich die Spielstätten, welche vom Kulturamt der Stadt Paderborn vorgeschlagen wurden, bereits angeschaut.

Bei der Suche nach den passenden Räumlichkeiten, bei der auch die städtische Musikschule Paderborn stark involviert war, gab es einiges zu beachten: „Für die diesjährigen Kategorien Klavier, Harfe, Gesang (klassisch), Drum-Set (Pop), Gitarre (Pop), Streicher-Ensemble, Bläser-Ensemble, Akkordeon-Kammermusik und Neue Musik brauchen wir mindestens 25 Wertungsräume mit Plätzen für 100 Zuschauer. Alle Wertungsspiele sind öffentlich, was auch den Charme der Veranstaltung ausmacht. Dazu jeweils mehrere Einspielräume und einen Juryraum in unmittelbarer Nähe. Selbstverständlich müssen diese alle akustisch voneinander getrennt sein. Außerdem sind zahlreiche gut ausgestattete Übungsräume notwendig“, berichtet Jürgen Boelsen, Leiter der Städtischen Musikschule Paderborn. Aber auch diese Hürde wurde gemeinsam genommen.

LKW Züge voller Instrumente für Paderborn

Auch für die Instrumente gilt es einige Herausforderungen zu meistern. Nicht alle Nachwuchsmusiker können ihr eigenes Instrument mitbringen.

„Besonders für die Solo-Kategorie Klavier werden wir LKW-Weise Flügel und Klaviere nach Paderborn verfrachten. Alles, was in der Region Klaviere stimmen kann, muss in dieser Zeit abrufbar sein.“, erklärt Gockel-Böhner.

Bundeswettbewerb und öffentliche Konzerte in der Stadt

Musikinteressierte kommen garantiert auf ihre Kosten: Neben den öffentlichen Wertungsspielen finden zahlreiche weitere Konzerte statt. Nach dem Begrüßungskonzert zum Beginn des Bundesfinales werden im Wettbewerbszeitraum täglich Preisträgerkonzerte veranstaltet. Das Kulturamt und die Musikschule planen weitere Aktionen, um den Wettbewerb in der Stadt hör- und sichtbar werden zu lassen. Unter anderem plant die Städtische Musikschule Zusatzkonzerte mit Bundespreisträgern vergangener Jahre aus der Paderstadt.

Seit 2011 wurde daran gefeilt, den Wettbewerb nach Paderborn zu holen

Viele Städte wünschen sich den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ austragen zu können. Die Bundesfinalisten sind nicht nur die Besten Nachwuchsmusiker aus rund 20.000 Teilnehmern, welche sich zuvor über Regionalwettbewerbe und Landeswettbewerbe qualifiziert haben, sondern es handelt sich von allen Rahmendaten her um ein wahres Großereignis mit entsprechendem Anziehungsradius und zusätzlicher bundesweiter Ausstrahlung.

Die Idee den Wettbewerb nach Paderborn zu holen, entstand bereits 2011 beim Landesorchesterwettbewerb NRW, den die Paderstadt mit großem Erfolg ausgerichtet hat. Nach zahlreichen Besichtigungen und Gesprächen zwischen dem deutschen Musikrat, der Stadt Paderborn und der Landesregierung NRW erhielt die Stadt 2014 endlich den Zuschlag als Austragungsort für den Bundeswettbewerb 2017.

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