Zu diesem Ergebnis kommt die Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2016 an der sich 1.634 Unternehmen mit 128.276 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) beteiligten.

Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für die gesamte Wirtschaft in Ostwestfalen – inklusive Handel und Dienstleistung – nochmals gestiegen, von 118 auf 130 Punkte. Für die Industrie ist er von 117 auf 127 Punkte angewachsen. „Angesichts der weltweiten Unruheherde und Negativmeldungen sind das weiterhin sehr gute Werte“, sagte der IHK-Präsident Wolf. D. Meier-Scheuven.

In der Industrie haben sich sowohl die Einschätzungen zur momentanen Geschäftslage als auch zu den Erwartungen positiv verändert: 45 Prozent der Betriebe bewerten ihre derzeitige Geschäftslage mit „gut“ (Herbst 37 Prozent), nur 8 Prozent als „schlecht“ (Herbst 11 Prozent). Von einer Verschlechterung in den nächsten zwölf Monaten gehen nur 11 Prozent aus (Herbst 15 Prozent), von einer Verbesserung immerhin 29 Prozent (Herbst: 23 Prozent).

Meier-Scheuven: „Es bleibt die Frage, die wir heute nicht beantworten können, ob der wirtschaftliche Negativtrend in Teilen der Welt wie China und Russland nachhaltig ist und ob er sich verspätet auf Ostwestfalens Wirtschaft auswirkt. Zurzeit können wir aber noch Entwarnung geben, die Zahl der Optimisten in Ostwestfalen überwiegt weiterhin. Die gute Lage hat sicherlich auch damit zu tun, dass der Mittelstand sich in den vergangenen Jahren sehr viel stärker mit eigenem Geld finanziert hat.“

Angesichts der globalen Rahmenbedingungen sei es wenig verwunderlich, dass das größte Risiko aus Sicht der Industrieunternehmen die Auslandsnachfrage geblieben ist. Der Anteil der Nennungen ist nochmals von 61 auf 64 Prozent gestiegen. Zum Sorgenkind entwickelten sich aber immer stärker die allgemeinen „wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“.

Zum fünften Mal in Folge sind die Risiko-Einschätzungen hierzu gestiegen. In der ostwestfälischen Industrie sehen 50 Prozent in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. „Auf sinkende Ölpreise als Konjunkturstütze zu setzen, ist auf Dauer zu wenig. Die Verantwortlichen in der Politik müssen sich aktiv für ein innovatives, verlässliches Umfeld für Unternehmen einsetzen“, forderte der IHK-Präsident.

Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff stieg der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes im Jahr 2015 in Ostwestfalen um 1,9 Prozent im Vergleich zu 2014 (NRW: -1,6 Prozent, Bund: 2,1 Prozent) auf den Rekordwert von 40,3 Milliarden Euro. Dabei nahmen sowohl die Inlandsumsätze (+1,3 Prozent) als auch die Auslandsumsätze (+3,1 Prozent) zu, die damit ebenfalls einen neuen Rekordwert erreichten (NRW: Inland -2,6 Prozent, Ausland -0,3 Prozent; Bund: Inland -0,5 Prozent, Ausland +4,9 Prozent). Die Exportquote beträgt aktuell 36,7 Prozent in Ostwestfalen. Die Zahl der Beschäftigten in der ostwestfälischen Wirtschaft wuchs um 1,1 Prozent auf 150.937 an (NRW: -0,3 Prozent, Bund: +1 Prozent).

Anzeige