Die Grünen im Landtag NRW haben in Zusammenarbeit mit der Open Knowledge Foundation auch in diesem Jahr 396 Kommunen und 31 Kreise in NRW unter die Lupe genommen und die Internetseiten im Hinblick auf Bürgerservice, Transparenz und Beteiligung getestet. Trauriges Fazit einerseits: Bei vielen Kommunen besteht noch reichlich Luft nach oben. Positive Nachricht: Die Stadt Paderborn hat sich im Ranking von Platz 147 im Jahr 2014 im zweiten Website-Check der Grünen auf Platz 60 vorgearbeitet.

Die Internetseite des Kreises Paderborn hat den siebten Platz belegt und hätte ohne das Testergebnis-Defizit im Open Government den alleinigen ersten Platz sichern können.

Nach Fazit der Grünen sind die Städte Köln, Bonn, Mülheim, Moers und Gelsenkirchen die digitalen Spitzenreiter. Bei den Kreisen teilen sich Recklinghausen und Soest den ersten Platz.

Rankingübersicht kommunaler Internetseiten im Kreis Paderborn

  • Platz 60: Paderborn
    • Verbesserung um 87 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 147
  • Platz 185: Salzkotten
    • Verschlechterung um 68 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 117
  • Platz 261: Lichtenau
    • Verbesserung um 32 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 293
  • Platz 292: Hövelhof
    • Verschlechterung um 207 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 85
  • Platz 314: Bad Lippspringe
    • Verschlechterung um 167 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 147
  • Platz 314: Borchen
    • Verschlechterung um 112 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 202
  • Platz 314: Büren
    • Verschlechterung um 112 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 202
  • Platz 314: Delbrück
    • Verschlechterung um 290 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 24
  • Platz 343: Bad Wünnenberg
    • Verbesserung um 42 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 385
  • Platz 364: Altenbeken
    • Verschlechterung um 44 Positionen
    • Ranking 2014: Platz 320

Prüfpunkte der Grünen im Online-Check 2016

Die Grünen haben in Ihrem Online-Check 2016, bei dem insgesamt 40 Punkte erzielt werden konnten, folgende Aspekte aus den Bereichen E-Government, Open Government & Open Data im Internet überprüft:

E-Government (13 Punkte)

Welche Angebote gibt es, um Verwaltungsvorgänge online und dadurch schnell und unkompliziert von zu Hause ohne den Mehraufwand eines Besuchs bei der Stadtverwaltung zu erledigen? Ein Beispiel ist die Online-Reservierung für das Wunsch-Kennzeichen bei der Kfz-Zulassung.

Open Government (13 Punkte)

Wie werden die Bürgerinnen und Bürger bei Entscheidungsprozessen eingebunden? Wie können sie ihre Stadt mitgestalten? Ein gutes Beispiel ist das „Anliegenmanagement“, bei dem etwa defekte Straßenlaternen an die Verwaltung gemeldet werden können.

Open Data (7 Punkte)

Wie transparent sind die Rathäuser? Welche Daten und Informationen werden proaktiv von den Verwaltungen im Internet zur Verfügung gestellt? Ein gutes Beispiel ist das Open Data-Portal der Stadt Moers, in dem sämtliche Informationen bereitgestellt werden – von Ratsvorlagen bis zur nächsten Straßenbau-Maßnahme.

Zusatz-Kriterien (7 Punkte)

Im Bereich der Zusatz-Kriterien wurde die Barrierefreiheit der Internetseiten bewertet. Einige Beispiele wären die Anpassung der Schriftgröße, Kontrast, automatische Sprachausgabe sowie Mehrsprachigkeit.

Nachholbedarf der Stadt Paderborn

Die Stadt Paderborn hat in der Gesamtpunktezahl 20 von 40 möglichen Punkten erzielt und sich damit im Vergleich zu 2014 zwar um 87 Positionen im Ranking verbessert. Nachholbedarf sehen die Tester jedoch trotzdem:

Bewertung unter angelegter Gesamtpunktezahl

  • E-Government: 54 %
  • Open Government: 31 %
  • Open Data: 43 %
  • Accessibility: 86 %

Fazit zum Testergebnis der Stadt Paderborn

„Die Bemühung der Grünen für Transparenz und Vergleichbarkeit unter den Kommunen und Kreisen zu sorgen ist grundsätzlich zu begrüßen.

Die vergebene Beurteilung der Stadt Paderborn im Bereich Open Government scheint mir vor dem Hintergrund einiger bereits umgesetzter Online-Bürgerbeteiligungsdialoge (unter anderem paderborner-konversion.de) jedoch nicht unbedingt gerechtfertigt.

Andererseits könnte sich die Stadt Paderborn in Punkto Barrierefreiheit, immerhin mit 86 % bewertet, noch einige Punkte von der Internetseite des Kreises Paderborn abschauen, welche mit einem mobilfreundlichen responsive Layout, Sprachausgabe, Kontrasteinstellungen, übersichtlicher Navigation und Funktionen zur Anpassung der Schriftgröße zumindest unter Anlegung einer heuristischen Evaluierung beim Test, kaum Wünsche offen lassen sollte.

Aber dennoch kommt der Kreis im Gegensatz zur Stadt Paderborn in dieser Bewertung nur auf 71 %? Da muss man schon grundsätzlich in Frage stellen, ob die gleichen funktionalen Eigenschaften zur Barrierefreiheit (Heuristiken) gemessen wurden oder bei subjektiven Einschätzungen, zwecks Vergleichbarkeit, zumindest eine ausreichend große Testgruppe zur Verfügung stand. Beides dürfte hier in Anbetracht der starken Abweichung und Vielzahl von Testseiten angezweifelt werden, sodass die Ergebnisse sicherlich nicht überbewertet werden sollten und maximal als grobe Orientierung dienen.“, so das Fazit von dem Online-Marketing Berater Dominik Bödger.

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