Freitag vor 175 Jahren starb der Erfinder des Morphium Friedrich Wilhelm Sertürner aus Paderborn. Morphium ist insbesondere in der Schmerztherapie bis heute weltweit unverzichtbar. Eine Büste, Apotheke, Ausstellung, Straßenschild und die Sertuerner Gesellschaft Einbeck e.V. als Pfleger seines Erbes erinnern bis heute an ihn, doch es hätte auch alles anders kommen können.

Friedrich Wilhelm Sertürner ist am 19. Juni 1783 in Neuhaus geboren, wo er auch zur Schule ging und vom Vater als fürstbischöflicher Ingenieur und Landesbauinspektor zusätzlichen Unterricht in den Naturwissenschaften genoss. Doch bereits mit 15 Jahren musste er verkraften, dass sein Vater starb und die Familie mittellos zurück ließ. Der Besuch einer höheren Schule war nun nicht mehr möglich. Stattdessen begann er 1799 seine Apothekerlehre in der Hofapotheke von Paderborn. Zu dieser Zeit beschäftigte sich Sertürner bereits mit wissenschaftlichen Untersuchungen.

Vor rund 212 Jahren in seiner Zeit als Apothekergehilfe gelang es ihm dann erstmals Morphin aus der Droge Opium des Schlafmohns zu isolieren. Zwei Jahre darauf (1806) wurden die Erkenntnisse von Sertürner im „Journal der Pharmazie“ veröffentlicht. Doch das große „Echo“ blieb aus. Der junge Forscher war enttäuscht, erlebte die Repressionen durch die Aufhebung der Gewerbefreiheit und sah dem Ende seiner Eigenständigkeit als Apotheker gegenüber. Doch er ließ sich nicht unterkriegen, forschte weiter, baute die Kontakte in anderen Städten aus und ließ seinen Artikel „Über das Morphium“ veröffentlicht in den „Annalen der Physik“ ins Französische übersetzen. In französischen Fachkreisen schlug der Artikel wie eine Bombe ein und somit wurde er auch endlich in Deutschland populär, erhielt zuletzt sogar die Ehrendoktorwürde der Universität in Jena und viele wissenschaftliche Ehrenwürden.

Fazit:

Harte Arbeit wird belohnt, der Abschluss eines Menschen sagt nichts (zwangsläufig) über seinen Erfindergeist aus, Start-Ups/Geschäftsmodelle welche in Deutschland scheitern, könnten in anderen Ländern ein Erfolgsmodell werden, das bis zurück nach Deutschland schwappt.

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