Drei neue große Wohnbaugebiete

Die Stadt Paderborn hat nach einer Prognose, welche besagte, dass in den nächsten 5 Jahren rund 5.000 Wohneinheiten fehlen, reagiert und ein Konzept erarbeitet, welches die Schaffung von 4.265 neuen Wohnungen bis 2020 vorsieht. Hierzu sind unter anderem drei neue große Baugebiete Springbach Höfe (600 Einheiten), Bruktererweg (135 Einheiten) und Dr.-Rörig-Damm (230 Einheiten) in Planung und die Stadt rechne mit rund 1.000 freiwerdenden Wohnungen durch den Abzug der britischen Soldaten. Im Schnitt entstanden in den letzten 15 Jahren jährlich rund 550 neue Wohneinheiten für Paderborn. Allein 1.000 Wohnungen werden für die im letzten Jahr nach Paderborn gekommenen Flüchtlinge benötigt. Von Seiten der DIP und CDU sehe man den Wohnungsbau in den nächsten Jahren als wichtige Aufgabe, wolle jedoch mit Augenmaß agieren.

Kritik: Zu wenig sozialer Wohnungsbau

Die SPD und Grüne kritisieren unterdessen die aktuellen Planungen. Seien unter den rund 4.300 Wohneinheiten nur rund 150 günstigere Sozialwohnungen eingeplant – einem Anteil von rund 3,5 %. Aktuell würden aber allein 600 Haushalte auf der Warteliste für Sozialwohnungen stehen. Das jedoch die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau schon im letzten Jahr nicht vollständig abgerufen wurden, deuten viele Fachleute der Stadt als Zeichen dafür, dass die relativ niedrigen Mieten für private Investoren auch unter Berücksichtigung der Förderungen derzeit nicht sehr lukrativ seien.

Die Chance: Alanbrooke-Kaserne

180.000 Quadratmeter in bester Lage könnte der Stadt Paderborn durch die frei werdende Alanbrooke-Kaserne mit zugehörigem Gelände darüber hinaus ebenso für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen, wenn man die einmalige Chance des Geländekaufs nutzt. Nachdem die neue Stadtverwaltung sehr wahrscheinlich dauerhaft in der ehemaligen Orga-Immobilie am Hoppenhof eingerichtet wird und das Land die Alanbrooke-Kaserne für zwei Jahre als Notunterkunft für Flüchtlinge beansprucht, bleibt die Frage was ab Januar 2019 mit dem Areal passiere. Ein Gutachten hatte bereits ergeben, dass eine Nutzung der 13 Gebäude im nördlichen Teil architektonisch möglich wäre, auch wenn es einige Einschränkungen auf Grund des Denkmalschutzes und Bausubstanz zu beachten gibt. Im September rechnet die technische Beigeordnete Claudia Warnecke mit Post von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIma) in der ein exklusives Kaufangebot des Areals unterbreitet wird. Bürgermeister Dreier möchte darüber hinaus eine Entscheidung zum neuen Standort der Verwaltung vorab bis zum 30. Juni fällen.

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